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Hochwasser bereitet der Stadt Wallenfels sorgen

von Michael Wunder

Wallenfels: Mit durchwegs schlechten Nachrichten hatte sich der Stadtrat Wallenfels in seiner ersten Sitzung des Jahres zu beschäftigen.

Enttäuscht zeigte man sich bereits Eingangs der Sitzung über die Veröffentlichungen des „Zukunftsrates“, wonach der ländliche Raum nur als Erholungszentrum für „gestresste Städter“ dienen soll, so Bürgermeister Peter Hänel. Ungleiche Lebensbedingungen müsse man strikt ablehnen, aber ob Resolutionen wie im Kreisausschuss gefasst viel bringen, bezweifelte Hänel. Der Bürgermeister berichtete über den Winterdienst, hierfür mussten in rund einen Monat 929 Stunden durch die Bauhofarbeiter aufgebracht werden. Weiterhin habe man an externe Unternehmen rund 10.000 Euro zu zahlen. „Es wurde das Beste getan“, mehr geht nicht, auch könne nach solch heftigem Schneetreiben nicht flächendeckend der Schnee abgefahren werden, bat der Bürgermeister um Verständnis. Ein weiteres und noch viel größeres Problem stellte das Hochwasser dar. Obwohl zum Glück die Wilde Rodach im „Bett“ geblieben sei, wurden zahlreiche Überflutungen und Schäden festgestellt. Als Problem bezeichnete der Bürgermeister dabei die Verrohrungen im Zuge der Bebauung. Im Vergleich zum letzten Hochwasser im Jahr 2002 habe man einige Verbesserungsmaßnahmen vollzogen, konnte jedoch an anderen Stellen die Überflutung der Keller nicht verhindern. Speziell im Bereich der Anwesen Müller-Gei hatte man mit einer Überflutung zu kämpfen und sogar in der Nacht mit dem Bagger Entlastungsgräben gezogen. Als „Sofortmaßnahme“ wurde ein Bypass in einen Graben gezogen. Reinhard Müller-Gei ging auch im Namen seiner zahlreich an der Sitzung teilnehmenden Nachbarn auf die missliche Lage ein. Als Grund des „Dauerproblems“ nannte er „das viele Wasser“, welches der Eichberg bringt und dann in verschiedene Abwasserrohre fließt. Dabei schwemmt es Geröll, Dreck und sogar Steine in den Abfluss, welcher dann die Mengen Wasser nicht mehr aufnehmen und fördern kann. Er bemängelte, dass der Kanal nicht regelmäßig gespült wurde, obwohl das Problem schon länger bekannt sei. Weiterhin wiesen die Anwohner auf die finanziellen Belastungen hin, welchen ihnen entstanden sind. Der Bürgermeister, der „zur schlimmsten Zeit“ selbst vor Ort war, versprach das Risiko weiter zu minimieren, ganz auszuschließen sei dies sicherlich nicht so einfach. Weitere Überschwemmungen habe es in der Wellesmühle, im Selzachtal, in Kleintiemitz und der Neumühle gegeben, informierte der Bürgermeister die Stadträte. Mit einen vor der Sitzung verteilten Schreiben der betroffenen Anwohner wird sich der Stadtrat in einer der nächsten Sitzungen beschäftigen. Nach einigen kleineren Diskussionspunkten, angestoßen durch Mitglieder des Rechnungsprüfungsausschusses, konnte die Jahresrechnung 2009 einstimmig festgestellt werden. Diese schließt mit Solleinnahmen und Sollausgaben im Verwaltungshaushalt mit 5,1 Millionen Euro und im Vermögenshaushalt mit 1,6 Millionen. Insgesamt konnte man erfreulicherweise die veranschlagte Zuführung in Höhe von 488.000 Euro sogar auf 508.000 ausbauen. 87.000 Euro des Sollüberschusses werden der allgemeinen Rücklage zugeführt, sagte Hänel. Ebenfalls einstimmig angenommen wurde die durch einen Anwalt überarbeiteten allgemeinen Geschäftsbedingungen und Sicherheitshinweise für die Floßfahrten auf der „Wilden Rodach“. Weiterhin konnte der Bürgermeister die Eckdaten des Haushalts bekannt geben. Bereits jetzt sei absehbar, dass die Einnahmen weiter Rückläufig seien und eine illusorische Darlehnsaufnahme notwendig werde. Der Bürgermeister informierte, dass die Stadt Wallenfels bei der Vorstellung des gemeinsamen Klimaschutzkonzepts mit den besten Flächen für Windkraft ausgewählt wurde. Man müsse sich deshalb mit den zwei „A-Standorten“ demnächst beschäftigen und weitere Überlegungen anstellen.

Zitat des Tages:

Die juristische Sprache ist so schwer zu verstehen, wäre sie einfacher, würde sie ja jeder verstehen.

Zweiter Bürgermeister Jens Korn (Jurist) zu den ABG