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“Habt keine Angst. Öffnet, ja reist die Tore weit auf für Christus”

Neuengrün: Für den Frieden auf der ganzen Welt beteten zahlreiche Gläubige bei der mittlerweile 64. Friedenswallfahrt in Neuengrün. Unter der Leitung der Dekanatsräte Kronach und Teuschnitz, sowie der Kuratiegemeinde Neuengrün/Wolfersgrün wurde auch die Friedensstandarte weitergeleitet.

Nach einem Jahr, mit monatlichen Gebetsstunden in Reitsch, nahm die Freiwillige Feuerwehr Schnaid das Banner für die gesamte Dorfgemeinschaft in Empfang. Die Friedensstandarte weist eine fast so lange Geschichte wie die Friedenswallfahrt selbst auf und ist heuer zum 60. Mal dabei. Die mittlerweile zweite Standarte wurde zur 50. Friedenswallfahrt neu angeschafft. Entworfen vom akademischen Bildhauer Heinrich Schreiber, wurde sie 1999 durch Papst Johannes II in Rom gesegnet. Der Heilige Vater bat damals Dekanatsratsvorsitzenden Heinz Hausmann, weiterhin für den Frieden zu beten und die Wallfahrt auch künftig durchzuführen. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Wallfahrt aus Dankbarkeit für die Kriegsheimkehrer beschlossen und durchgeführt, später in Friedenswallfahrt umbenannt. Die Wallfahrer wurden am vergangenen Samstag bereits um 18 Uhr vom Musikverein Neuengrün am Ortseingang abgeholt und unter deren Klängen zum Gotteshaus begleitet. Pfarrer Heinrich Chelkowski verwies in seinen Grußworten, welche in erster Linie den Prediger Prof. Dr. Maximilian Heim galten, auf das Leid und die seelische Zerstörung der Kriegsopfer und deren Angehörige hin. Es sei deshalb wichtiger denn je für den Frieden auf der ganzen Welt zu beten. Der Soldaten Kameradschaftsbund Reitsch dankte für die Überlassung der Standarte und reichte diese an die Gemeinde Schnaid, wo sie von der örtliche Feuerwehr empfangen wurde, weiter. Die Vertreter aus Reitsch, dankten den Dekanatsratsvorsitzenden Heinz Hausmann für seinen Einsatz und wiesen auf die durchgeführten Betstunden und weiteren kirchlichen Veranstaltungen hin, wo die Standarte ein Jahr ihr Begleiter war. In den sich anschließenden drei Betstunden – die erste wurde durch den Chor „Spirit Voices“ aus Reitsch mitgestaltet – wurde der Frieden, die Freiheit sowie Schutz- und Gottessegen erbeten. Bei der sich anschließenden Lichterprozession wurde die Gnadenmadonna von Neuengrün erstmals von Jugendlichen zum Friedenskreuz oberhalb des Dorfes getragen. Dort sagte der aus Kronach stammende Prediger Prof. Dr. Maximilian Heim, dass es Epochenjahre, deren Ereignisse die Geschichte nachhaltig prägen gibt. Ein solcher Einschnitt war vor 70 Jahren das Jahr 1939, als der unselige Zweite Weltkrieg durch Hitler angezettelt wurde. Der aus Kronach stammende Prior am Zisterzienserkloster Bochum-Stiepel verwies auch auf das „Niederreißen“ des Eisernen Vorhangs vor 20 Jahren. Bereits ein Jahrzehnt vorher machte Papst Johannes Paul II, der erste slawische Papst der Geschichte, den Menschen Mut und Hoffnung. Wörtlich sagte der damals neu gewählte Papst: „Brüder und Schwestern, habt keine Angst! Öffnet, ja reißt die Tore weit auf für Christus! Öffnet die Grenzen der Staaten, die wirtschaftlichen und politischen Systeme, die weiten Bereiche der Kultur, der Zivilisation und des Fortschritts seiner rettenden Macht! Habt keine Angst!“. Der Papst prophezeite auch bereits zwei Jahre vor dem Fall der Mauer, „dass das System kippen wird“. Man müsse deshalb Gott danken für den friedlichen Fall der Mauer, welcher die Menschen im Frankenwald „hautnah“ traf und nur wenige Kilometer von Neuengrün entfernt lag. Bei der anschließenden Eucharistiefeier am Dorfplatz wirkten mehrere Geistliche und der Musikverein Neuengrün mit. mw

2009 - Friedenswallfahrt Neuengrün II (05.09.09) 2009 - Friedenswallfahrt Neuengrün IV (05.09.09)

Unter den Klängen des Musikvereins zogen die Gläubigen ins Runddorf und dessen herrliches Gotteshaus ein. Fotos: Michael Wunder

2009 - Friedenswallfahrt Neuengrün VII (05.09.09) 2009 - Friedenswallfahrt Neuengrün VI (05.09.09)

Die Friedensstandarte wurde im Beisein der Ehrengäste von der Soldaten Kameradschaft Reitsch an die Gemeinde Schnaid übergeben. Mit im Bild der aus Kronach stammende Prior vom Zisterzienserkloster Bochum-Stiepel, Prof. Dr. Maximilian Heim (2 v.l.), Bürgermeister Peter Hänel (3 v.l.) und Dekanatsratsvorsitzender Heinz Hausmann (rechts). Fotos: Michael Wunder

2009 - Friedenswallfahrt Neuengrün XI (05.09.09)  2009 - Friedenswallfahrt Neuengrün XVII (05.09.09)

Besonderes Lob erfuhren die Jugendlichen der Feuerwehr aus der Schnaid vom Dekanatsratsvorsitzenden Heinz Hausmann, welche die Gnadenmadonna von Neuengrün auf den Schultern trugen. Fotos: Michael Wunder

   2009 - Friedenswallfahrt Neuengrün XV (05.09.09) 2009 - Friedenswallfahrt Neuengrün XVI (05.09.09)

Prof. Dr. Maximilian Heim von Zisterzienserkloster Bochum-Stiepel, freute sich in seiner Heimat, dem Frankenwald die Festpredigt halten zu dürfen. Fotos: Michael Wunder

 2009 - Friedenswallfahrt Neuengrün XX (05.09.09) 2009 - Friedenswallfahrt Neuengrün XVIIII (05.09.09)

Die Geistlichen (v.l.) Regionaldekan Thomas Teuchgräber, Pfarrer Richard Reis, Prof. Dr. Maximilian Heim, Pfarrer Heinrich Chelkowski und Dekan Michael Dotzauer bei der Eucharistiefeier in der Dorfmitte. Fotos: Michael Wunder